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Rumänien - Durch die Linse von Nicklas Walther

Wenn du Nicklas Walther begegnest, spürst du sofort: Hier geht es nicht um perfekte Bilder, sondern um echte Geschichten. Um Menschen, Begegnungen und Momente, die nicht inszeniert sind – sondern erlebt. Der Fotograf aus Mössingen hat mit seiner Kamera bereits über 26 Länder bereist. Ob auf über 5400 Metern Höhe in Nepal, in abgelegenen Dörfern Rumäniens oder mitten im urbanen Alltag: Nicklas arbeitet dokumentarisch, ruhig und immer nah am Menschen. Seine Bilder sind reduziert, emotional und ehrlich – und genau das macht sie so stark.

Wer ist Nicklas Walther?

Eine Mütze auf dem Kopf, ein ruhiger Blick, ein offenes Lächeln – Nicklas trägt seine Kamera so selbstverständlich wie andere ihr Lieblings-Accessoire. Für ihn ist Fotografie kein Mittel zum Zweck, sondern ein Werkzeug, um Nähe zu schaffen. Seine Bilder entstehen nicht aus der Distanz, sondern mittendrin. Egal ob Industriehalle, Tourismusprojekt oder abgelegene Bergregion: Nicklas beobachtet, hört zu und wartet ab. Genau daraus entstehen Bildwelten, die Vertrauen schaffen – ohne laut zu sein.

Fotografie auf Augenhöhe

Nicklas’ Ansatz ist klar: keine Inszenierung, keine Rollen, kein Fotograf „von oben herab“. Stattdessen geht es um Begegnung, Respekt und das richtige Gespür für den Moment. „Fotografie ist unfassbar intim. Mit jedem Bild zeigst du, wie du die Welt siehst.“ Gerade in der Reportagefotografie arbeitet er oft als stiller Beobachter. Die Kamera ist dabei kein Störfaktor, sondern Teil der Situation – und genau das spürt man in seinen Aufnahmen.

Nahes Porträt eines bärtigen Mannes mit Mütze, der ruhig in die Kamera blickt; warmes, weiches Seitenlicht, unscharfer Hintergrund, konzentrierter Ausdruck, neutrale, leicht nachdenkliche Atmosphäre.

Ein Reisemagazin ĂĽber echte Begegnungen, fernab von Klischees

Sein Reisemagazin ROMANIA zeigt genau diesen Blick. Ein Roadtrip durch ein Land voller Überraschungen, Traditionen und Charaktere. 128 Seiten voller Landschaften, Menschen und Momente – erzählt mit der Sensibilität eines Fotografen, der sich wirklich auf das einlässt, was vor seiner Linse passiert. Ein Teil der Einnahmen geht zurück nach Rumänien, direkt in lokale Projekte. Das passt zu ihm: ehrlich, verbindend, nachhaltig.

 

Interview
Nicklas hat uns neugierig gemacht und so haben wir es uns nicht nehmen lassen, ihn zu interviewen.
Dramatisches Abendlicht über felsigem Bergmassiv, grüne Hügel und Täler mit verstreuten Bäumen; dunkle Wolken ziehen heran, nebliger Horizont; ruhige, unberührte Landschaft ohne Menschen.

FOTOPROFI: Nicklas, dein Stil ist sehr authentisch und emotional. Was hat dich geprägt, damit deine Bilder heute so ehrlich und nahbar wirken?

NICKLAS WALTHER: Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht denkt: Fotografie ist unfassbar intim. Es braucht Mut, mit jedem Bild einen Einblick zuzulassen, wie man als Fotograf die Welt wahrnimmt. Ich glaube, es ist die Summe aus Erfahrungen und Einflüssen im Laufe eines Lebens, die den Bildstil prägt. Sicherlich war meine achtmonatige Reise durch Asien eines dieser prägenden Erlebnisse. Gleichzeitig fließen auch der Konsum visueller Inhalte und mein seit mehr als zwanzig Jahren bestehendes Interesse an tiefgehender Fotografie mit ein.

FOTOPROFI: Du sprichst oft über „Fotografie auf Augenhöhe“. Wie schaffst du es, diese Verbindung zu Menschen in so kurzer Zeit herzustellen?

NICKLAS WALTHER: In Reportagen versuche ich oft, als stiller Beobachter wahrgenommen zu werden. Es geht mir nicht um das klassisch schöne Foto, sondern um echte, authentische und ungestellte Momente. Momente, die ohne dieses eine Bild für immer verschwinden würden. Ich bin dabei nicht der Fotograf von oben herab oder von der Seitenlinie, sondern mittendrin.

FOTOPROFI: Bei deinen Shoots wirkt vieles sehr intuitiv. Wann weißt du: Jetzt ist der Moment, den ich festhalten muss?

NICKLAS WALTHER: Ich arbeite auf Reisen fast ausschließlich mit Available Light, also mit dem vorhandenen Licht. Das bedeutet für mich, ständig in Bewegung zu sein, Lichtsituationen zu lesen und sie mit Motiven zusammenzubringen.

Dieses Erkennen passiert oft intuitiv und ist schwer in Worte zu fassen. Es ist dieser kurze Augenblick, in dem Licht, Ausdruck und Szene plötzlich stimmig sind.

FOTOPROFI: Lass uns über Rumänien sprechen. Warum ausgerechnet dieses Land für dein erstes Reisemagazin?

NICKLAS WALTHER: Um die Frage zu beantworten, muss ich etwas ausholen. Meine Frau hat rumänische Wurzeln und seit wir uns kennen, war klar, dass sie mir dieses Land näherbringen möchte. Ich selbst konnte mir darunter anfangs wenig vorstellen, weil es nicht zu den Ländern gehört, an die viele Deutsche spontan beim Thema Urlaub denken. Genau das hat in mir aber extrem viel Kreativität geweckt. Ich suche oft nach echten, ungestellten Motiven und genau davon gab es dort so viele, dass für mich schnell klar war: Diese Bilder gehören in ein gedrucktes Magazin.

FOTOPROFI: Gab es einen Moment auf deiner Reise durch Rumänien, der dich emotional besonders getroffen hat?

NICKLAS WALTHER: Ja, definitiv. Fast täglich gab es Momente mit ganz unterschiedlichen Emotionen.Begeisterung für die Landschaft, Faszination für Traditionen, auch Erschrecken über den Umgang mit Minderheiten, und gleichzeitig viel Wärme durch Gastfreundschaft und Offenheit.

 

Rötliche, steil zerfurchte Felswände mit grünen Bändern; ein schmaler Pfad schlängelt sich hindurch. Dramatisches Licht und Schatten im späten Sonnenlicht; ruhige, wilde Schluchtenlandschaft ohne Menschen.

FOTOPROFI: Viele deiner Rumänien-Bilder zeigen Menschen in ihrem Alltag. Wie hast du Zugang zu ihnen gefunden – gerade in ländlichen Regionen?

NICKLAS WALTHER: Das ist nicht immer einfach. Es gab Situationen, in denen ich nach der Frage, ob ich fotografieren darf, sofort herzlich eingeladen wurde und aus einem kurzen Stopp ein stundenlanger Aufenthalt wurde. Gleichzeitig sind für mich oft genau die Motive spannend, die nicht vorher kommuniziert wurden. Diese entstehen ähnlich wie in der Street Fotografie spontan im Geschehen. Das braucht Mut und ein gutes Gespür für Grenzen.

FOTOPROFI: Wenn du an die Serie denkst: Welches Bild bedeutet dir persönlich am meisten – und warum? 

NICKLAS WALTHER: Mich auf ein einziges Bild zu reduzieren, fällt mir schwer, weil mehrere Motive für mich stark funktionieren. Ein Beispiel ist das Mädchen mit dem Blick über die Schulter (erstes Bild der dritten Gallerie). Ebenso das zweite Bild, in dem man symbolisch sieht, wie Tradition und Glaube Generationen verbinden und über die Treppe im Bild gewissermaßen weitergegeben werden. Und auch das dritte und vierte Bild in dieser Galerie erzählen allein durch die Blicke der Personen eine klare Geschichte.

FOTOPROFI: Du arbeitest oft in sehr unterschiedlichen Umgebungen. Wie bereitest du dich auf Projekte vor, deren Geschichten du noch gar nicht kennst?

NICKLAS WALTHER: Rumänien war eine besondere Situation. Durch eine Leihgabe habe ich mir als persönliches Ziel gesetzt, die gesamte Reise ausschließlich mit der Leica Q2 zu fotografieren. Im Nachgang war das für diese Geschichte genau die richtige Kamera: unscheinbar, unkompliziert und konsequent. Die feste Brennweite hat mir keine Ausweichmöglichkeiten gelassen und genau das hat meiner Bildsprache gutgetan. Der 28 mm Look wirkt dabei eigenständig und gibt mir gleichzeitig genug Spielraum, um bei Bedarf gezielt zu croppen, wenn das Motiv es verlangt.

Weißes Wohnmobil fährt auf unbefestigtem Weg durch neblige, grüne Landschaft; Bäume und Blätter rahmen die Szene, ruhige, frühe Morgenstimmung mit weichem, diffusen Licht.

FOTOPROFI: Ausrüstung ist immer ein Thema bei Reisefotografie. Wie sieht dein minimales Travel-Setup aus, wenn du flexibel bleiben musst?

NICKLAS WALTHER: Mein Wunsch Setup wäre eine Leica Q2 oder Q3, weil sie schnell und unauffällig ist. Da ich sonst mit der Canon R5 arbeite, wäre mein realistisches Minimal Setup die R5 mit dem RF 24-70/2,8. Damit bin ich maximal flexibel und muss unterwegs nicht viel wechseln.

FOTOPROFI: Welches Fotoequipment Gadget würdest du niemals zuhause lassen?

NICKLAS WALTHER: Neben genügend Speicherkarten und Akkus: meinen Peak Design Kamerahalter, damit die Kamera bei Touren zu Fuß immer griffbereit ist.

FOTOPROFI: Welches Fotoequipment Gadget würdest du niemals zuhause lassen?

NICKLAS WALTHER: Neben genügend Speicherkarten und Akkus: meinen Peak Design Kamerahalter, damit die Kamera bei Touren zu Fuß immer griffbereit ist.

FOTOPROFI: Du warst in über 26 Ländern. Was hast du unterwegs über dich selbst gelernt?

NICKLAS WALTHER: Dass ich am besten arbeite, wenn ich neugierig bleibe und Kontrolle abgebe. Reisen zeigt dir sehr direkt, wie wenig du planen kannst und wie viel du trotzdem gestalten darfst. Ich habe auch gelernt, dass meine Energie und Kreativität stark an Menschen und Orte gekoppelt sind, die weit außerhalb meiner Komfortzone liegen. Begegnungen laden mich auf, oberflächlicher Durchlauf leert mich dagegen.

FOTOPROFI: Zum Abschluss: Woran arbeitest du als Nächstes – und welcher persönliche Wunsch begleitet dich bei deinem kommenden fotografischen Projekt?

NICKLAS WALTHER: Ich arbeite daran, meine dokumentarische Handschrift stärker in Auftragsproduktionen zu übersetzen, also Kampagnen und Reportagen, die echt aussehen, nicht nach Werbeformel. Persönlich wünsche ich mir beim nächsten Projekt vor allem mehr Zeit vor Ort, weniger Stationen, mehr Tiefe. Eine Geschichte nicht nur anreißen, sondern wirklich eintauchen.

Verschneiter Bergkamm mit Serpentinenstraße, von einem Sonnenstrahl durch dunkle Gewitterwolken beleuchtet; starker Kontrast zwischen hellem Firn und schattigen Hängen, ruhige, dramatische Stimmung, keine Menschen.