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Porträt im Wasser

Mach die Badewanne zum Shooting-Ort und kreiere ein Porträt mit märchenhafter Note. Text: Jill Ehrat, Fotos: Tom Calton

Wer denkt, dass kreative Porträtfotografie zwingend mit viel Aufwand und Mitteln verbunden sein muss, irrt sich. So sind die Zutaten für dieses Fotorezept überraschend einfach: Man nehme eine Badewanne voll Wasser, füge ein paar Badebomben sowie ein Model hinzu und fertig ist das märchenhafte Wasserporträt! Besonders wichtig für einen „Headshot“ in unserem Stil: Das Wasser in eine milchige Flüssigkeit zu verwandeln, sodass der Körper des Models unter der Oberfläche „verborgen“ bleibt. Hierfür gilt es vor dem Shooting einen Ausflug zum nächstgelegenen Drogeriemarkt oder Kosmetikgeschäft zu machen und nach sogenannten „Badebomben“ Ausschau zu halten – hier kamen zwei violette und eine rosafarbene Badebombe zum Einsatz. Unser Tipp: Stimme das Make-up auf die Farbe des Wassers ab und erzeuge einen reizvollen Kontrast – hier der rote Lippenstift. Erfahre auf den folgenden Seiten, wie du das Badezimmer zum Dreh- und Angelpunkt für dein nächstes kreatives Porträtshooting machst und dein Wasserporträt nachträglich intensivierst.

Das Set-up

  1. Natürliches Licht: Im Idealfall verfügt das Badezimmer, in dem du fotografierst, über ein großes Fenster, durch das viel natürliches Licht einfallen kann. Wähle einen sonnigen Tag zum Fotografieren, um eine möglichst helle Lichtsituation zu erhalten. Apropos: Weiße Wände zeigen sich ebenfalls als Vorteil.
  2. Bunte Badebomben: Färbe das Wasser mit Badebomben ein, um seine Transparenz zu verringern und den Körper des Models unter der Wasseroberfläche zu verbergen. Unser Tipp: Finger weg von Lebensmittelfarbe – diese könnte die Badewanne dauerhaft einfärben!
  3. Die ideale Badewanne: Achte darauf, dass die Bade- wanne so tief ist, dass das Model komplett untertauchen kann und auch in Länge und Breite Bewegungsspielraum bietet.
Bietet das Badezimmer nicht genügend natürliches Licht, hilf einfach mit dem Blitz nach!

Blitzlicht nutzen: Steht dir kein lichtdurchflutetes Badezimmer mit großem Fenster zur Verfügung, und du möchtest den ISO-Wert nicht zu stark heraufschrauben, empfehlen wir dir, mit Kunstlicht nachzuhelfen. Mit einem Blitz zum Beispiel kannst du die ISO-Werte niedrig halten und auch bei schlechten Lichtverhältnissen Bewegungen knackscharf einfrieren. Ist dir direktes Blitzlicht zu hart, schwenke den Blitzkopf an die Decke oder Wand und leuchte dein Model indirekt aus. Vermeide jedoch, das Blitzlicht von einer farbigen Wand abprallen zu lassen – dies kann dazu führen, dass das Licht einen Farbstich erhält.

Das Shooting

  1. Badebombe bereithalten: Um ein Ergebnisbild wie das unsere zu erhalten, benötigst du eine Badebombe, die das Wasser in eine milchige, intransparente Flüssigkeit verwandelt. Nur so erzielst du diesen Bildlook und der Körper des Models ist nicht mehr zu sehen.
  2. Brennweite wählen: Um einen möglichst engen Bildausschnitt zu erhalten und die Ränder der Badewanne aus dem Bild auszuklammern, nutze eine Brennweite von mindestens 50 mm oder länger. Diese vermeidet auch unschöne Verzerrungen im Gesicht des Models.
  3. Wasser einlaufen lassen: Fülle die Badewanne mit warmem Wasser und achte darauf, dass die Temperatur für das Model angenehm ist. Lass die Wanne so voll laufen, dass das Model vollständig untertauchen kann, das Wasser jedoch nicht überschwappt.
  4. Wasser färben: Wirf nun die Badebombe in das Wasser und warte einen kurzen Moment bis sich diese vollständig aufgelöst und sich der Schaum verteilt hat. Ist das Wasser noch nicht milchig genug, füge eine weitere hinzu, um die Transparenz weiter zu verringern.
  5. Transparenz checken: Lege deine Hand ins Wasser und lass sie immer weiter unter die Wasseroberfläche sinken. Achte hierbei darauf, wie tief sie sein muss, damit du sie nicht mehr sehen kannst. Im Idealfall ist das Wasser so trüb, dass deine Hand schon wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche nicht mehr zu sehen ist.
  6. Bild aufnehmen: Liegt das Model im Wasser und du hast deine Kamera fest und schussbereit im Griff, bitte es, den Kopf leicht hin und her zu schwenken. Dadurch kommen die Haare an die Oberfläche und es entstehen kleine Wellen, die dem Motiv Struktur schenken. Ein roter Lippenstift erzeugt einen tollen Farbkontrast zu dem Wasser mit Blau-/Violett-Stich.

Die Bildbearbeitung

Durch eine einfache und schnelle Bearbeitung in Camera Raw erhält das Wasserporträt mehr Intensität und Ausdruck.
  1. Bild zuschneiden: Öffne deine RAW-Datei in Photoshop, wähle das „Freistellungswerkzeug“ von Camera Raw in der oberen Leiste (oder über die Taste „C“) und verleihe dem Bild einen engeren Bildausschnitt.
  2. Kontrast erhöhen: Erhöhe den „Kontrast“ auf „+75“ und die „Klarheit“ auf „+20“, um den Kontrast deines Bildes zu intensivieren. Stelle anschließend die „Dynamik“ auf „+40“, um die Farben hervorzuheben.
  3. Vignette hinzufügen: Klicke auf die Registerkarte „Effekte“ unterhalb des Histogramms und stelle im Abschnitt „Vignettierung nach Freistellen“ die „Stärke“ auf „-12“ und den „Mittenwert“ auf „75“.
  4. Makel entfernen: Um kleine Flecken und Makel zu entfernen, wähle das Werkzeug „Makel entfernen (B)“ in den oberen Leiste und passe die „Größe“ des Pinsels entsprechend an. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis, speichere das Bild abschließend als JPEG ab.